Ein hervorragendes klangliches Gefühl (...)

Die vier "EvangCellisten" musizierten gemeinsam in der Bachkirche Divi Blasii am Mühlhäuser Untermarkt 

(...) Die zum Teil diametral befindlichen Arbeitsstellen der vier Instrumentalisten erschweren natürlich ihre Zusammenarbeit. Desto bemerkenswerter ihr hervorragendes klangliches Gefüge. Die Stücke sind gleichsam "punktgenau" akzentuiert und stets dynamisch ausgewogen. (...) Auch im Mühlhäuser Konzert kamen sowohl im ersten als auch im zweiten Programmteil Opernausschnitte zu Gehör. Drei Auszüge aus Georges Bizets "Carmen" zeigten viel Farbe. Die Cellisten begleiten die bekannten Melodien mit reizvollen technischen Details, wie Pizzicati und Flageoletts. Ihre Bearbeitungen - wenn nicht von ihnen selbst - so vorrangig von Fredo Jung, wissen um Effekte und Raffinessen. Originalkompositionen stellte Udo Hartlmaier, geboren 1954, mit südamerikanischen Tänzen, das hübsche Genrestück des Brüsseler Guillaume Paque ließ das 19. Jahrhundert grüßen. Danach Barockes: Vivaldis Concerto, RV 230 und Bachs berühmtes Air, BWV 1068. Irische und englische "Traditionals" mündeten schließlich in Samuel Barbers "Adagio" aus seinem Streichquartett op. 11. Und dann nochmals ein zeitgenössischer Tango. Der zweite Teil des Konzertes im Aufbau ähnlich, den Opernkomplex bestritten hier Wagner, Mascagni und Puccini. Den Reisegedanken des umtriebigen Quartetts spiegelte die "Beduinische Karawane" von Markus Jung. Das Quartett musiziert hervorragend (...) Das die "Vier EvangCellisten" in Mühlhausen angekommen waren, bezeugten der Applaus und die Zugaben. - Uta Ziegner, für Mühlhausen, Thüringer Allgemeine (TA) (Mühlhausen), 14.08.2013