Herzliche Einladung schon jetzt zum nächsten Konzert in der 'Internationalen Begegnungsstätte Haus Marteau' in Lichtenberg. Am 16. Juni um 17:00 Uhr erwarten Sie 'projects4cellos & friends' im musiklaischen, thüringisch-bayerischen Grenzstädtchen! Der berühmte Kammermusiksaal, der sich unterirdisch an die Villa des berühmten Geigers Henri Marteau anschließt, wird neben dem Quartett auch mit musikalischen Gästen der Region aufwarten. Der Eintritt ist dank der Mittel aus dem Freistaat frei, aber es gibt nur 99 Plätze. Weitere Gäste dürfen daher leider nicht mehr rein. Freuen Sie sich dennoch auf ein Wiedersehen! Eine Veranstaltung des Tonkünstlerverbands Hochfranken e.V. , ermöglicht durch den Tonkünstlerverband Bayern aus Mitteln des Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen des Projekts Tonkünstler Live Spezial!

Am Samstag, dem 20. April 2024 gastierten 'projects4cellos' erfolgreich im großen Kursaal des Kurhauses innerhalb der "Bad Schmiedeberger Meisterkonzerte". Mit dem Programm "Virtuoses und Besinnliches für vier Violoncelli" trat das Quartett damit in einer Konzertreihe zusammen mit Künstlern wie dem 'Trio Libermé' oder dem 'Gewandhaus-Quartett' auf. Das wunderschöne Kurhaus mit seinem beeindruckenden Saal schaffte den Zuschauern und dem Künstlern ein tolles Ambiente für ein Nachmittagskonzert, das nicht ohne Zugabe bleiben durfte. Mit Kammermusik wurde der zaghafte Frühling in den Jugendstil-Saal gebracht und zu einem weiteren Highlight für das Ensemble, das mit neuer Technik in die Altmark reiste. Lukas, Hanno, Mathias und Markus freuten sich sehr über den gut organisierten Nachmitag, durch den das sonst aus logistischen Gründen nur mit wenigen Terminen bestückte Jahr qualitativ voll an das vergangene anknüpfen konnte. Herzliche Einladung schon jetzt zum nächsten Konzert in der 'Internationalen Begegnungsstätte Haus Marteau' in Lichtenberg. Am 16. Juni um 17:00 Uhr erwarten Sie dann 'projects4cellos & friends' im musiklaischen, thüringisch-bayerischen Grenzstädtchen!

projects4cellos beim Konzert auf der Bühne im Kursaal des Jugendstil-Kurhauses Bad Schmiedeberg (Foto: Archiv)

 

■ Verismo. - projects4cellos / Die Vier EvangCellisten.


„Lache, Bajazzo“? Wenn die vier Canio, den betrogenen Komödianten aus Ruggero Leoncavallos Oper, weinen lassen, schmachtet es satt aus ihren zusammen sechzehn Saiten. Gleich danach berührt Rodolfo, der Dichter und arme Schlucker aus Giacomo Puccinis „Bohème“, die schüchterne Mimi und schaudert zärtlich: „Wie eiskalt ist dies Händchen.“ Warm hingegen kann und darf es einem werden bei den zum Heulen schönen Piècen, die das Quartett um den Hofer Symphoniker Markus Jung für seine neue Platte zusammengestellt hat. Dem „Verismo“ ist sie verpflichtet, jener vornehmlich italienischen Strömung der italienischen Künste, die sich an der Wende des neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert der schonungslosen Darstellung ungeschminkter Wahrheiten verpflichtet hatte. Folgerichtig eröffnet das „Symphonische Zwischenspiel“ aus Pietro Mascagnis „Cavalleria rusticana“ ikonenhaft die siebzehnteilige Werkfolge, in der allein dreizehn der Opern-Highlights dem Schaffen Puccinis gewidmet sind, bevor zwei Evergreens aus Franz Lehárs „Land des Lächelns“ operettenselig den Beschluss machen.

Weniger naturalistisch als romantisch mithin klingen die wunderbar seidigen und samtenen Arrangements der vier Freunde, die sich 2008 in Weimar zusammentaten und im Oktober in Selb, mit etlichen Weg- und Stilgefährten, beim „Release-Konzert“ für die Neueinspielung den fünfzehnten Gruppengeburtstag feierten. Ihren Tugenden bleiben sie treu: Das Intime und Delikate mögen sie lieber als das Heißblütige und Kreuzfidele, das Traute mehr als das Laute; um effekthaschende Kunstreiterei auf den sechzehn Saiten und plakative Virtuosenstückchen machen sie einen Bogen. Als monoton wird die Nummernfolge gleichwohl nur missverstehen können, wer die Ohren verschließt vor dem sacht beflügelten Impetus und den weise dosierten Strahlkräften der Interpretationen, dem stillen Vergnügen, das zu teilen die Musiker in jedem Takt einladen.

 - Michael Thumser für Hof, Hochfranken-Feuilleton, 15. Dezember 2023 (online)

 

 

Hier geht es zum HOCHFRANKEN-FEUILLETON: https://www.hochfranken-feuilleton.de

 

 

Am Sonntag, den 21. Januar 2024 kommen "projects4cellos" wieder nach Hochfranken. Dieses Mal nach Issigau, wo das Ensemble in Quartettbesetzung um 17:00 Uhr ein Benefizkonzert in der Simon-Judas-Kirche mit anschließendem Empfang im Gemeindehaus geben wird. Die Therese Stöcker Stiftung, von welcher das Benefizkonzert und der anschließemde Empfang ausgeht,  unterstützt arme, kinderreiche Familien der Region. Das Konzert, welches ursprünglich im Haus Marteau in Lichtenberg angedacht war, ist der erste Auftritt des Ensembles in diesem Jahr und wird einer von nur wenigen Konzerten 2024 sein. Nach ihrem 15-jährigen Jubiläum im letzten Jahr gibt es nun keine Tournee im Sommer, was aber vor allem logistische Gründe hat. Die vier Stammspieler haben schlicht keine gemeinsamen Ferien und können so dienstbedingt keine Tournee spielen. Bleibt dem Publikum aber immernoch das im Herbst letzten Jahres erschienene neue Album "Verismo" mit Arrangements von Werken von Puccini, Lehár, Leoncavallo und Mascagni. In Issigau wird es ein Programm unterhaltender Klassik geben - neben Opernarrangements sollen Traditionelle und Tangos erklingen. Der Eintritt ist frei, Spenden werden für die Stiftung erbeten. Der Tonkünstlerverband Hochfranken unterstützt das Projekt im organisatorischen Bereich.

 

VERISMO

 

Das Violoncello ist schon immer ein Instrument großer Gefühle gewesen. Sein Klang kann wie kaum ein anderes Instrument den Zustand der Seele in sämtlichen Stimmlagen wiedergeben. So überrascht es nicht, dass dem Ensemble schon zur Zeit der Gründung die Oper besonders ans Herz wuchs, was es 2009 mit seiner ersten, viel gelobten CD „cellopera“ sogleich dokumentierte.

2023 - zum 15jährigen Jubiläum - hat sich die Oper als fester Bestandteil unseres Konzertprogramms etabliert und ist auch gewissermaßen zu unserem Markenzeichen geworden, wenngleich wir unsere Vielseitigkeit in der Programmauswahl niemals aufgegeben haben. Was sich allerdings innerhalb der Jahre gezeigt hat, ist unsere Vorliebe für das authentische Drama. Wir bevorzugen Emotionen, die für jeden nachvollziehbar sind und das Alltägliche in neue Dimensionen heben.

Diese Eigenschaften verbindet auch die Musik dieses Albums und kaum ein anderer Komponist hat sich diesen Gefühlen so verschrieben, wie Giacomo Puccini. Wie sehr er dem Stile des Verismo zuzurechnen ist, darüber streiten sich Musikwissenschaftler bis heute. Völlig offensichtlich sind jedoch Gemeinsamkeiten wie die Beschreibung des sozialen Umfeldes und der realistischen Handlung mit ihrem hochdramatischen, gewaltigen Ende. Ebenfalls auffällig ist ein musikalisches Lokalkolorit vom einfachen Lande bis zum exotischen Königshof.

Zwei Komponisten werden heute als Inbegriff des Verismo gesehen: Pietro Mascagni und Ruggero Leoncavallo. Sie durften daher auf keinen Fall fehlen und leiten unser Album ein. Was folgt, ist Puccini, welcher im Bereich der Bühnenmusik unseren Lieblingskomponisten darstellt. Dreizehn Titel aus sechs Opern trugen wir zusammen. Besonders die expressiven Arien aus „La Bohème“ und „Tosca“ gehören seit Jahren zu unserem ständigen Konzertrepertoire. Den Schluss bilden zwei Auszüge aus der Operette „Das Land des Lächelns“ von Franz Lehár. Dieses Werk hat starke Bezüge zu Puccini, mit dem Lehár auch eine tiefe Freundschaft verband. Neben einer unverkennbaren musikalischen Verwandtschaft, die stark auf dem beschriebenen Lokalkolorit basiert, gibt es gerade bei dieser Operette weitere Gemeinsamkeiten zu den anderen Titeln dieses Albums. So beschreibt sie doch deutlich die sozialen Differenzen ihrer Figuren und endet völlig untypisch mit der tragischen Trennung der beiden aufgebauten Paare.

Bleibt die Frage der Unterhaltungsmusik und des großen Sentiments, wie sie dieser Musik noch immer oft vorgeworfen wird. Doch entsteht nicht gerade deshalb etwas Großes und Besonderes, weil man das scheinbar Profane aufwertet? Ist es nicht gut, zu wissen, dass auch Armut, Krankheit oder Eifersucht das Potenzial haben, unsere Beachtung zu finden? Vielleicht sind wir überhaupt deswegen so gut unterhalten, weil wir uns dadurch in höchster Kunst wiederfinden können, auch den Teil von uns selbst, den gerade der Alltag zumeist verdeckt.

 

 

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