Vier spielten wie einer

Vier EvangCellisten wurden begeistert gefeiert

Wenn auch das Festival TheaterNatur den Untertitel "Festival der darstellenden Künste" führt, so wird doch auch der Musik ein Plätzchen eingeräumt. In diesem Jahr kam erstmals kein Orchester in den Genuss eines Waldkonzertes, sondern vier Cellisten, die neben ihrer Tätigkeit in verschiedenen Klangkörpern der Bundesrepublik auch häufig als "EvangCellisten" auf Gastspieltour gehen. Eben aus China zurückgekehrt, verzauberten sie am 17. August auf dem kleinen Nebenschauplatz der Waldbühne, dem Waldstudio, ihr Publikum. Mit ihren steil ansteigenden Zuhörerreihen erwies sich diese Spielstätte als ideal, sowohl für die Akustik als auch für den Kontakt.

"Nach nur kurzer Zeit war der so wünschenswerte Funke vom Quartett zum Publikum und zurück übergesprungen. Dies führte zu einer wunderbaren Leichtigkeit zwischen den teils sehr ernsten, dramatischen Stücken. Ich glaube, wir konnten dem Festivalthema dadurch besonders nahe kommen, ohne in Melancholie oder passiver Belehrung zu enden. Das war etwas ganz Besonderes", resümierte Markus Jung, der das Programm geschickt dem Festivalthema angepasst hatte und es auch moderierte.

Den vier Musikern zu lauschen war purer Genuss. Mit den Bearbeitungen von Opern- und Operettenarien, u.a. von Puccini, Bizet und Léhar, boten sie Ohrwürmer dar, die genau den Nerv der Zuhörer trafen, und auch für die neueren Stücke im zweiten Teil, unter anderem Tangos und Jazziges wie das berühmte Dave-Brubeck-Stück "Take Five", gab es enthusiatstischen Beifall.

Die vier Cellisten spielten, als seien sie ein einziger Organismus, ein Atem; ihre Dynamik faszinierte durch eine unübertreffliche Homogenität. Die intime Atmoshäre des ausverkauften Waldstudios, das direkte Miteinander von Interpreten und Zuhörern auf engstem Raum tat ein übriges, um die Begeiterung auf die Spitze zu treiben. Erst nach zwei Zugaben wurden die vier Herren von der Bühne entlassen und anschließend noch mit vielen Fragen und Autogrammwünschen bestürmt. - Christine Trosin für Benneckenstein (Stadt Oberharz am Brocken), Neue Wernigeröder Zeitung (NWZ), 25.09.2019