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Nachtschwärmer

Friedvoll, geheimnisvoll, leidenschaftlich: "Die Vier EvangCellisten", das Cello-Quartett um den Paderborner Cellisten Mathias Beyer, haben sich auf ihrer aktuellen CD "Notturno" der Nacht gewidmet. Einfache Wiegenlieder geben der Stille einen Klang und finden hier genauso Raum wie etwa das Nocturne cis-moll von Chopin, die Barcarole aus "Hoffmanns Erzählungen" und "Bella Notte" aus "Susi und Strolch". Die vier Cellisten ruhen sich nicht auf dem Wohlklang ihrer Instrumente aus, sondern schaffen mit souveräner Spieltechnik spannende Klänge und Stimmungen von silbrig-fahl über zerbrechlich-zart bis üppig-rund. Wunderschön ist etwa, wie sich in Rusalkas "Lied an den Mond" die Gesangsstimme nach und nach aus dem dichten Klanggefüge der vier Celli herausschält. Eine kleine Kostbarkeit ist das schlichte Volkslied "Der Mond ist aufgegangen", das hier so filigran dargeboten wird, dass darin die ganze Sehnsucht nach dem Frieden der Nacht offenbar wird. Und so ist "Notturno" eine wundervolle Einstimmung für den Abend - oder einfach für eine ruhige Stunde zum Träumen. - Anna Mönks für Paderborn, Neue Westfälische, 29.04.2017