Lieder ohne Worte

Die Vier EvangCellisten erobern das Publikum in der Neuhäuser Christuskirche

Paderborn - Schloß Neuhaus. Es heißt, das Cello sei das Instrument, dass der menschlichen Stimme am nächsten komme. Den Beweis trat das Celloquartett 'Die Vier EvangCellisten' am Mittwochabend in der Christuskirche an. Im Benefizkonzert zugunsten des Turmvereins spielten sich die vier Musiker mit Opernarien und südamerikanischen Tänzen in die Herzen ihrer Zuhörer.

Der erste Eindruck täuschte. Statt imposantem Bühnenbild standen nur vier Stühle und Notenpulte im schlichten Altarraum der Kirche, statt großem Orchester traten nur vier junge Männer auf. Doch kaum begannen sie zu spielen, beschworen sie all die Geister herauf, die große Oper ausmachen. "Una furtiva lagrima", eine einzige Träne, nutzt die ganze Bandbreite des Celloklangs.

Intimer Zwigesang

Lukas Dihle und Markus Jung spielten ihre Celli im intimen Zwigesang, hier die sonore, elegante Tiefe, dort die zarten, innigen Höhen. Hanno Riehmann und Mathias Beyer ergänzten die Musik um weiche Pizzicati, die nicht minder achtsam und hellwach gespielt waren. Dabei standen die Cellisten in engstem Kontakt. Raffinierte Arrangements ließen die Melodie durch die Stimmen wandern, knifflige Übergaben waren stets von einem Lächeln begleitet. Kleine Verzögerungen, gemeinsames Atmen, Schweller, das alles erklang in wunderbarer Homogenität und wie aus dem Moment entstehend.

Von "Tosca" bis "Carmen": Hier spielten vier Menschen, die ein gemeinsames Fühlen und Empfinden haben. Der Gesang der Originale fehlte an keiner Stelle. Worte werden verzichtbar, wenn die Musik alles sagt. Beeindruckend war die große Bandbreite an Klängen, mit denen die EvangCellisten zauberten: satt und wöhltönend aus dem Vollen schöpfend, im nächsten Moment silbrig und unwirklich. Zarten Schmelz kombinierten sie mit knackigen Rhythmen. Auf strahlende Arien folgte das Nocturne in cis-moll von Chopin mit tieftraurigem, ermattendem Klang, als habe jemend einen Schatten über die Celli gelegt. Während die Zuhörer noch mit dem Kloß im Hals kämpften, begannen die vier Musiker mit der "Südamerikanischen Suite" von Udo Hartlmaier, und ehe man sich's versah, begann im Publikum mit wippenden Füßen und wiegenden Köpfen ein diskreter Sitztanz. Hier genügte bloßer Applaus nicht mehr; die heißen Rhythmen wurden mit vergnügten Juchzern quittiert. Am Ende spendeten die Zuhörer Standing Ovations und erklatschten sich zwei Zugaben. - Anna Mönks für Paderborn (Stadtteil Schloß Neuhaus), Neue Westfälische (NW), 21.08.2015

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