Das Funkeln der Abendsterne

"Die Vier EvangCellisten" spannten in Christkönig den Bogen von der Klassik zur Weltmusik

(...) Nahtloses Zusammenspiel paarte sich mit Klangschönheit und interessanten Arrangements, häufig aus der Feder eines der EvangCellisten selbst. (...) Bleibenden Eindruck aber hinterließen die vielen schönen, manchmal überraschenden, gelegentlich genialen Momente. Da kann man die Todesahnung, die das Land in der "Tannhäuser"-Arie bedeckt, gleichsam aus Nebeln hervorsteigen sehen, wenn über der Melodie die anderen drei Celli aufsteigen in immer lichtere Höhen. Bewunderung muss man dem Quartett zollen, dem es gelingt, bei einem oft gespielten Hit wie dem Intermezzo aus "Cavalleria Rusticana" die Balance zwischen einem zärtlichen und doch schlankem, schwerelosen Ton zu halten, anstatt hemmungslos zu schmachten. Und dann geht es in die Weltmusik hinein, schwankt eine "Beduinische Karavane" aus der Feder von Markus Jung durch die Wüste, duftet die chinesische "Jasmine Flower", fordern südamerikanische Tanzstücke des deutschen Komponisten Udo Hartlmaier zur Bewegung auf. Auch wenn an mancher Stelle die "Weltmusik" doch ein sehr romantisch-europäisches Klangbild bietet, kommt jene Eintönigkeit, die manchmal mit der Beschränkung auf einen Instrumententyp einhergeht, bei den EvangCellisten nicht auf. Dazu ist ihre Spielweise zu vielfältig, ihr Programm zu weitgefächert und die Musik, die sie darbieten, zu schön. - Sigrun Arenz, für Fürth, Nordbayerische Zeitung (NZ), 13.08.2014