Cello-Kunst rauf und runter

Die EvangCellisten drängen, dem Orchestergraben entronnen, zu fantastischen Soloklängen. Die zweiten Hofer Cellotage begleiten sie auch als kundige Lehrer.

Hof - Neben dem Fußball kann dieser Tage kaum ein anderes Thema bestehen – und doch gibt es einige Leute, die sich parallel mit anderen Dingen beschäftigen. Vier von ihnen, „Die Vier EvangCellisten“ Markus Jung, Hanno Riehmann, Lukas Dihle und Mathias Beyer, haben in dieser Woche von Dienstag bis Donnerstag an der Musikschule der Hofer Symphoniker den Streicher-Nachwuchs im Rahmen der Hofer Cellotage unterrichtet. Am Dienstagabend haben sie in einer Soiree im Haus der Musik Kostproben ihres eigenen musikalischen Könnens gegeben.

Aber natürlich kommt man auch im schwül-heißen Haus der Musik am Dienstagabend nicht ganz um die Fußball-WM herum: dringen doch jedes Mal, sobald die vier Celli verstummen, Samba-Trommeln und andere WM-Begleitklänge von draußen herein. Aber davon lassen sich weder das Publikum noch die vier Cellisten beirren. Im Gegenteil: sie erschaffen als Gegenpol einen eigenen klanglichen Sog von derartiger Gewalt, dass sich ihm kein Zuhörer entziehen kann.

In süßer Melancholie entfalten die Herren gleich zum Einstieg die Melodie des „Tango passionato“ von Eduard Pütz über einem stapfenden Bass-Fundament in anheimelndem Salon-Klang. Und schon im folgenden „Souvenir de Curis“ von Gauillaume Paque wird ihr Spiel noch eindringlicher: Es verschmilzt zu einem extrem dichten Gesamtklang, den die Musiker innerhalb eines Augenblicks von kraftvollem Fortissimo zu berückendem Pianissimo drosseln und umgekehrt. Es ist faszinierend, welche dynamischen Wellen sie in dieser berauschend intensiven Miniatur in Gang setzen.

Über einen Umweg über das Barock mit Antonio Vivaldis Concerto D-Dur op. 3, Nr. 9, RV 230, gelangen sie direkt zu englischen und irischen Traditionals, deren Melancholie die vier Herren an ihren Celli auskosten. Immer wieder wechseln sie sich ab mit der Stimmverteilung, so dass auch in den beiden folgenden Arien-Arrangements von Puccinis “O mio babbino caro“ und „Dies Bildnis ist bezaubernd schön“ aus Mozarts Zauberflöte jeder der vier Musiker einmal an der Reihe ist, die berühmten Melodien mit viel Gespür für die Musik zu interpretieren. Und es bereitet ihnen hörbare Freude, einmal den Platz der tiefen Streicher im Orchestergraben gegen den der Solostimme einzutauschen…

Auch nach dem Ausflug in die Welt der Oper ist die Reise der EvangCellisten noch nicht ganz zu Ende. So wagen sich die vier Musiker noch mit „Jasmine Flower“, das Symphoniker-Cellist Markus Jung selbst arrangiert hat, in den fernen Osten, bevor sie mit loderndem musikalischem Feuer und viel Temperament in den drei Tänzen der „Südamerikanischen Suite“ den Bogen zum anschließenden Halbfinalspiel der deutschen Elf in Portugal zurück schlagen – ebenso bejubelt vom hingerissenen Publikum wie die Herren der Nationalmannschaft zu späterer Stunde. - Christine Wild, für Hof, Frankenpost, 10.07.2014

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