Vier auf Reisen

NWD-Cellist Mathias Beyer veröffentlicht neue CD der „Vier EvangCellisten“

VON ANNA MÖNKS

Herford. Wenn vier Celli eine Reise tun, dann können sie ein Lied davon singen. Im Falle des Quartetts um den Cellisten Mathias Beyer sogar 18 Lieder. So viele Titel haben die „Vier EvangCellisten“ auf ihrer neuen CD „journey“ vereint. Damit haben sie ihrem Publikum einen Wunsch erfüllt. Wer vor etwa anderthalb Jahren das Herforder Konzert der EvangCellisten gehört hat, der wird sich an die aparte Mischung aus Opernarien und Lateinamerikanischen Tänzen erinnern. Die Arien veröffentlichte das Quartett nahezu zeitgleich auf CD. „Die Tänze hatten wir fest im Repertoire, und das kam beim Publikum gut an. Immer wieder kamen Nachfragen, ob wir davon nicht auch eine CD hätten“, beschreibt Mathias Beyer. Und so setzten sich die vier Cellisten im vergangenen Sommer erneut ins Aufnahmestudio und spielten eine CD ein, in der sie die Hörer mit auf eine Reise nehmen, die mitnichten nur nach Südamerika führt. „Wir haben Stücke aus aller Welt ausgesucht“, erklärt der 29-Jährige Cellist der Nordwestdeutschen Philharmonie das Konzept. Von einer Konzertreise nach China kehrten er und Mit-EvangCellist Markus Jung beispielsweise mit dem traditionellen chinesischen Volkslied „Jasmine Flower“ im geistigen Gepäck zurück. „Das hatten wir dort mit dem Orchester in jedem Konzert gespielt, und das Publikum ist jedes Mal richtig abgegangen“, erinnert sich Beyer. Das Arrangement hat Markus Jung selbst übernommen - beraten von einem chinesischen Orchesterkollegen. Jung vereint die exotische Note der chinesischen Musik mit dem vertrauten Klang des Cellos, was ganz faszinierend zu hören ist. Auf der neuen CD  tritt er zum ersten Mal als Arrangeur in Erscheinung. Eine zunächst ungewohnte Rolle, wie er zugibt: „Das irische Volkslied ,Bonny Portmore’ lag mir sehr am Herzen. Es war das erste Stück, das ich arrangiert habe, und hat dann auch am längsten gedauert“, erzählt er schmunzelnd. Die Inspiration zu seiner Komposition „Beduinische Karavane“ kam ihm dagegen bei einem Ägypten-Urlaub am Sinai. Gemeinsam haben alle drei Titel, dass sie sich in bester Cello-Lage bewegen und die extremen Höhen aussparen. „Das ist der Vorteil, wenn man selbst vom Cello kommt: Ich weiß, wo etwas gut klingt, wo es nicht quietscht und einfach gut zurechtgelegt ist“, erklärt der EvangCellist. Im wahrsten Sinne auf Reisen führte „journey“ die vier Cellisten dann auch noch: Die Fotos für Cover und Booklet entstanden auf einem gemeinsamen Trip an die Algarve, Portugal. Die Bildkompositionen aus meer- und himmelblau wecken im Betrachter und Zuhörer endgültig die Lust auf Urlaub. Apropos Reisen: In relativer Herford-Nähe spielen die Vier EvangCellisten im August in Melle und Hannover. Mathias Beyer gibt zu: „Es wird mal wieder Zeit für ein Konzert in der Region.“ - Anna Mönks, für Herford, Neue Wetfälische (NW), 17.05.2013